Arbeit

Werkstatt

In einer Zeit, in der scheinbar alles per Mausklick bestellt, morgen geliefert und beliebig kopiert werden kann, ist es schon etwas ganz Besonderes ins Holzlager zu gehen, aus den alten Hölzern einige Stücke auszuwählen, um daraus in vielen Stunden Arbeit ein klingendes Unikat zu bauen.

Ich verwende nur luftgetrocknetes Holz, das mindestens 10 Jahre liegt, vieles ist 20 und mehr Jahre alt.

Wie eine Membran, muss die Decke in der Lage sein, die Schwingungen der Saiten ausgewogen zu verstärken und abzustrahlen.

Dazu wird sie je nach Holzart und Festigkeit auf verschiedene Stärken gearbeitet und auf der Innenseite mit Leisten versteift, um dem Saitenzug standzuhalten.

Ich arbeite mit verschiedenen Deckenbeleistungen und Materialien. Auf dem Foto ist die Fichtenbeleistung einer Kasha-Gitarre zu sehen.

Die meisten Rosetten fertige ich individuell für jede Gitarre an.

Dabei verwende ich gern Holzreste von Boden oder Zarge, die bestens mit der gesamten Gitarre harmonieren.

Auch wenn es hierbei nicht um den Klang der Gitarre geht, trägt die Rosette doch wesentlich zum Gesamtbild des Instruments bei.

Die Randeinlage dient neben der Optik/Verzierung der Gitarre auch dem Schutz der Korpuskante.

Um Rand und Späne (verschiedenfarbige schmale Holzstreifen) am Gitarrenkorpus zu befestigen, werden sie mit einer Schnur in einem Falz an der Korpuskante verleimt und festgewickelt.

Die Lackierung sollte möglichst dünn sein, um das Instrument nicht am Schwingen zu hindern, aber gleichzeitig auch das Holz schützen.

Schellack wird aus den Ausscheidungen der asiatischen Lackschildlaus gewonnen und in Spiritus gelöst.

Die Schellackpolitur wird mit einem wattegefüllten Stoffballen in vielen dünnen Schichten auf das Holz poliert.

Nachhaltigkeit

Der verantwortliche Umgang mit natürlichen Ressourcen, besonders dem Rohstoff Holz, ist mir sehr wichtig.
Gerade der Schutz der Regenwälder und die Nutzung von Tropenholz ergeben dabei ein besonderes Spannungsfeld.

Ich habe recherchiert und überschlagen, wieviel Tropenholz ich für meine Gitarren verwende. Dabei bin ich auf einen Verbrauch von ca. 5 tropischen Bäumen für mein ganzes Lebenswerk gekommen.
Damit will ich das Thema nicht kleinreden. Mir ist der Erhalt der Natur und gerade auch der tropischen Lebensräume sehr wichtig. Die Artenvielfalt, die ich auf Reisen in tropischen Wäldern entdecken konnte, fasziniert mich sehr.

Daher möchte ich zum Erhalt der Regenwälder beitragen und lasse pro verkaufte Gitarre 5 Bäume von der Tropenwaldstiftung OroVerde pflanzen.

Wenn Ihnen der Erhalt der Regenwälder auch wichtig ist, können Sie sich gerne anschließen.

Alle Tropenhölzer in meinem Lager sind beim Regierungspräsidium Stuttgart (Artenschutz) gemeldet und sofern erforderlich, erhalten Sie für Ihr neues Instrument eine CITES-Bescheinigung.

Ein weiterer Aspekt der Nachhaltigkeit ist der Energieverbrauch. Ich beziehe sowohl privat als auch für die Werkstatt 100% Ökostrom aus klimaschonenden erneuerbaren Energien von den Elektrizitätswerken Schönau.

Nicht zuletzt investieren Sie beim Kauf einer Eichert-Gitarre in ein langlebiges Produkt, an dem Sie viele Jahre Freude haben werden.

Der Gitarrenbauer

  • 1972 - geboren in Greiz und aufgewachsen in Elsterberg (Sachsen)
  • 1988 - Beginn einer Gitarrenbau-Lehre in Markneukirchen im vogtländischen Musikwinkel
  • 1990 - Gesellenprüfung mit Auszeichnung bestanden
  • 1990 - 1994 - Studium an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (FH) - Studiengang Musikinstrumentenbau Markneukirchen im Fach Zupfinstrumentenbau
  • 1994 - Abschluss des Studiums als Diplom-Musikinstrumentenbauer (FH) mit dem Prädikat "Sehr gut"
  • 1994 - Erfolgreiche Meisterprüfung im Zupfinstrumentenmacherhandwerk vor der Handwerkskammer Chemnitz
  • 1994 - Beginn der Mitarbeit in der Firma Hanika - Gitarren in Baiersdorf
  • 1996 - Eröffnung einer eigenen Werkstatt in Baiersdorf
  • 2004 - Umzug in den Ortsteil Hagenau
  • 2014 - Umzug nach Aidlingen (südlich von Stuttgart)